Informationen zur Partnergemeinde

Acari liegt etwa 560km südlich von der Hauptstadt Lima entfernt, mitten in der peruanischen Küstenwüste. Es gehört zum Bundesland Arequipa und zur Prälatur (Diözese) Caravelí.

Eine riesige Wanderdüne und kahle Felsen begrenzen das schmale Tal des kleinen Oasenstädtchens mit seinen rund 3.000 Einwohnern. Zwei sandige Straßen führen durch den Ort an einer inzwischen gepflasterten Plaza de Armas vorbei. Seit ca. drei Jahren haben die Einwohner hier 24 Stunden pro Tag Strom und fließend Wasser. Letzteres ist allerdings nach wie vor in dieser Region ein großes Problem und immer wieder kommt es zu Streitigkeiten. Neben dem Wassermangel herrscht auch ein großes wirtschaftliches Defizit: die Bevölkerung arbeitet teilweise in der Landwirtschaft, teilweise in den unzähligen, schlecht gesicherten und mit alten Maschinen ausgestatteten Kupfer- und Goldminen. Die Arbeit ist hart und gefährlich und daher etwas besser bezahlt als die Feldarbeit, aber regelmäßig kommt es zu tödlichen Unfällen.

Der Pfarrei, in der derzeit P.Darío, Bruder Raúl (MSC) und je drei Ordensschwestern in Acarí und Jaquí arbeiten, gehören noch zwei weitere Pfarrgemeinden an: Yauca-Jaquí und Santa Lucía. Seit dem Tod von P.Georg Meier hat P.Darío die Leitung der Pfarrei und der dazugehörigen Schule übernommen. Dies bedeutet sehr viel Arbeit, denn er muss in ca. 30 kleineren Ortschaften regelmäßige Gottesdienste halten und die Pastoralarbeit mit den zahlreichen Katecheten und Laien individuell organisieren. Dazu muss viel Fahrtzeit auf schlechten, steinigen und staubigen Feldwegen in Anspruch genommen werden.
Bilder vom Kindergarten und der Schule

Die Erziehung und Bildung der Kinder und Jugendlichen ist vielerorts ein großes Problem. In einigen Wüstendörfern gibt es eine kleine Schule, in der sich aus den umliegenden Ortschaften die Kinder in einer einzigen Klassen zusammenfinden. Ein Lehrer unterrichtet die rund 20 Kinder verschiedener Altersstufen in den grundlegenden Fächern wie Mathematik, Lesen Schreiben und Religion.

Diese Kinder haben Glück, denn viele ihrer Altersgenossen müssen ihren Eltern auf dem Feld helfen, kleine Schaf- oder Kuhherden hüten oder gar in den Minen arbeiten. So ist der Analphabetismus hier keine Seltenheit.

Kehrt man von den Dörfern im Innern des Tales nach Acarí zurück, kann man einen deutlichen Bildungsunterschied zwischen der staatlichen Schule und der Pfarrschule „San Martín de Porras“ feststellen, die Kindergarten, Grund- und weiterführende Schule unter einem Dach integriert:

Neben dem allgemeinen Fächerkanon haben die Kinder und Jugendlichen ab der Sekundarstufe die Wahl zwischen vier technischen Fächern (Landwirtschaft, Elektrotechnik, Informatik und Ernährungswissenschaften/Kochen), was ihnen ermöglicht, gleich nach dem Schulabschluss in einen Beruf einzusteigen.

Außerdem werden die Fächer Musik, Sport und Kunst angeboten, deren Kosten (Lehrerauszahlung) der Staat nicht übernimmt und eine Psychologin kümmert sich um das seelische Wohl von Schülern und Eltern, da die meisten Kinder aus schwierigen Familienverhältnissen kommen. Von den Einnahmen verschiedener Veranstaltungen wie beispielsweise zum Muttertag, Vatertag und Familientag, Misswahlen, dem Schulfest, etc. werden Multimediageräte, allgemeine Unterrichtsmaterialien und aktuelle Projekte mitfinanziert. Dank dem großen Engagement der Lehrer, die häufig auch noch spät abends im Schulgebäude anzutreffen sind, haben viele Schüler die Chance, an verschiedenen Wettbewerben auf verschiedenen Ebenen teilzunehmen, was sie sehr erfolgreich meistern.

Auch haben Projektgruppen der Schule in Zusammenarbeit mit wissenschaftlichen Forschern aus den USA im Jahr 2006 ein eigenes archäologisches Museum eröffnet und im vergangenen Jahr konnten sie eine eigene Bibliothek einrichten.

Die Herz-Jesu-Schwestern leiten eine Kinderessensstätte, in der täglich ca. 70 Kinder zwischen vier und zwölf Jahren nach der Schule eine warme Mahlzeit bekommen. Da die meisten dieser Kinder unter Fehl- und Unterernährung leiden, werden sie im Comedor ärztlich betreut.

Neben der Essensausgabe ist es den Schwestern ein großes Anliegen, die Kinder und ihre Eltern durch Bildungsangebote in regelmäßigen Veranstaltungen zu unterstützen und auf den richtigen Weg zu einem gesunden und werteorientierten Leben zu führen.

altNeben ihrer Arbeit in der Kinderessensstätte kümmern sich die Schwestern um die Armen, Kranken und Alten im Dorf und helfen bei der Vorbereitung der Kommunionkinder und Firmlinge.

In den Sommermonaten Januar und Februar, wenn es in Acarí tagsüber erdrückend heiß wird, haben einige Kinder zwischen acht und zwölf Jahren die Möglichkeit, in das Ferienerholungsheim im Fischerdorf Lomas zu fahren, wo sie zwei Wochen lang von einem Pater und einer Gruppe Jugendlicher betreut werden, täglich ans Meer gehen, Spiele spielen etc. und so die Alltagssorgen für eine Zeit vergessen können.

Jedes Jahr verbringen hier bis zu 400 Kinder aus vielen verschiedenen Pfarreien der Diözese zwei Wochen ihrer Sommerferien.

Doch P. Darío hat viel Kummer um das Heim, das ein Werk der Diözese ist, aber zur Verwaltung der Pfarrei Acarí gegeben wurde, da diese am nächsten liegt. (Lomas liegt eine Stunde Autofahrt von Acarí entfernt). So pendelt P. Darío, dem das Wohl der Kinder sehr am Herzen liegt, in den Sommermonaten noch zusätzlich zu seiner Arbeit regelmäßig zwischen Lomas und Acarí hin und her.

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